Die Fakten zur saarländischen Schulzeitverkürzung auf zwölf Jahre bis zum Abitur beschreiben Sie tadellos, aber Ihre Bewertung ist haarsträubend.

Das achtjährige wie das neunjährige Gymnasium anzubieten würde die Komplexität der möglichen Bildungsgänge erhöhen. Dem vordergründigen Hauch von Flexibilität steht der hohe Aufwand entgegen, ohne Not zwei Systeme gleichzeitig pflegen zu müssen (Lehrpläne, Schulbücher, Schulwechsler ...).

Ein Sparpaket ist weit und breit nicht ersichtlich. Zum einen, weil die Gesamtstundenzahl gleich bleibt, zum anderen, weil der saarländische Bildungsminister nach einem faktischen Einstellungsstopp der Vorgängerregierung mehrere hundert neue Lehrer eingestellt hat.

Sinnvollerweise wird gleichzeitig die bisherige hohe Personal- und Sachausstattung der Gesamtschule zugunsten der anderen Schulformen relativiert.

Das Beklagen mangelnden Lehrerengagements ist fehl am Platze. Nicht nur der Bildungsforscher Professor Peter Struck ist der Meinung, dass die überwiegende Mehrheit der Lehrer ihren Beruf engagiert ausübt.

Wie Lehre zu qualifizieren ist, dazu äußern sich pikanterweise diejenigen, die nicht im Lehrberuf tätig sind. Es wird niemals funktionieren, zuverlässig die Qualität von Lehrpersonen zu messen, auch wenn uns dies die für Bildung zuständige Bundesministerin mit den geplanten Reformen der Professoren- und Lehrerbesoldung vorgaukeln möchte.

Im Gegensatz zu Ihrer Bewertung ist vielmehr sichtbar, dass sich in der saarländischen Bildungslandschaft eine Reihe kleiner solider (Fort-)Schritte vollziehen. Diese sind in ihrer Gesamtheit erheblich zukunftsweisender als die zur Begründung von Sparmaßnahmen herangezogenen hohlen Phrasen so genannter Spitzenpolitiker vom "faulen Lehrer" oder "leistungsgerechter Besoldung".