Gerade erst versichert, wollen die Ersten aus ihrer privaten Altersvorsorge - der so genannten Riester-Rente - schon wieder aussteigen.

"Wir haben mittlerweile mehrere Dutzend Anfragen pro Woche", sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zu ihr kommen Menschen, die sich von den Werbeversprechen der Versicherer übervorteilt fühlen und nun versuchen, ihre Verträge wieder aufzuheben. Die Chancen stehen ihrer Ansicht nach gut: Da die Abschlüsse in der Regel erst wenige Monate zurückliegen, könne ihnen problemlos widersprochen werden. In diesem Fall bekäme der Kunde seine bereits gezahlten Beiträge zurück.

Erst vor wenigen Monaten hatten Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften massive Werbekampagnen gestartet, um ihre Riester-Produkte zu verkaufen. Nach Schätzungen des Bundes der Versicherten haben mehr als hunderttausend Menschen bereits Verträge abgeschlossen.

Allerdings ist noch unklar, welche Produkte überhaupt staatlich gefördert werden. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen wird darüber erst gegen Ende des Jahres entscheiden. Dann wird es noch viel mehr aussteigewillige Kunden geben, erwartet Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, "weil bestimmt einige der heute verkauften Riester-Produkte gar nicht zertifiziert werden".