Saddam Hussein befiehlt Romantik. Und zwar wuchtig. Das irakische Nationaltheater bereitet derzeit die aufwändigste Inszenierung seiner Geschichte vor. Denn auf dem neuen Spielplan soll der Diktator höchstselbst stehen. Jedenfalls gilt Hussein als der Urheber der Novelle Zabiba und der König, die schon vor einigen Monaten auf den Markt kam und von der irakischen Presse hoch und offiziell gerühmt wurde. Mit einer Musical-Fassung gießt das Nationaltheater die Erzählung jetzt in einen massengerechten Rahmen. "Es ist eine dichterische Lehre, sein Heimatland allen Bedrohungen zum Trotz zu lieben", rühmt das staatliche Massenblatt Al-Mawed schon jetzt das Stück, das Ende des Jahres Premiere haben soll. Die Handlung verspricht politische Brisanz: Da ist zum einen Zabiba, die Geliebte des Königs, die ausgerechnet an einem 17. Januar vergewaltigt wird - dem Tag, an dem 1991 alliierte Truppen den Irak wegen der Besetzung Kuwaits angriffen. Zum anderen gibt es den heldenhaften König, der die Vergewaltiger festnimmt und die Ehre der Geschändeten wiederherstellt. Am spannendsten aber ist, dass der König zum Schluss stirbt und das Stück deshalb auch von möglichen Nachfolgern handelt.

Die Theatermacher munkeln, der 64-jährige Saddam wolle damit sein Volk auf eine Machtübergabe an seine Söhne vorbereiten.