Paul Morand: Die Fusion

a. d. Französischen von Dirk Hemjeoltmanns

Manholt Verlag, Bremen 2000

159 S., 36,- DM

Paul Morand war genau der Typ, der uns immer die schönsten Frauen wegnimmt, ohne dass wir den Frauen deshalb grollen können, denn er war klug, schön, erfolgreich. Und das Beste: Er hatte Geld. Sein Vater Eugène war Schriftsteller und Maler, der Sohn, 1888 geboren, genoss eine wundervolle Ausbildung. Zum Beispiel war im Jahre 1905 Jean Giraudoux sein Privatlehrer (dessen Ruhm, groß in den fünfziger und sechziger Jahren, ist verblasst, seine Theaterstücke werden kaum noch gespielt

schön wie eh und je sind seine kleinen Romane). So einer, sagt man sich dann, wäre man wohl auch gern gewesen. Er studierte in Oxford und Paris, wurde Diplomat in London, Rom, Madrid

und dann, in Paris, liierte er sich mit einer der fashionabelsten jungen Frauen, der Prinzessin Hélène Soutzo, einer sehr schönen Rumänin, die ein Appartement im Ritz bewohnte. Nadar hat sie fotografiert: Sie steht vor verschwenderisch gemalten Bäumen, sehr zierlich, in einem bodenlangen Abendkleid, das ein verführerisches Dekolleté hat. Auf dem wundervollen Hals sitzt ein charmantes Gesicht, Mund und Augen lassen kecke Repliken schließen, und sie trägt eine Krone. 1917 lernte Proust sie kennen, und eine Zeit lang dinierte Proust regelmäßig in kleinem Kreise im Ritz