Ein Trost für den gestressten Berliner Kassenchef: Bundesfinanzminister Hans Eichel, der sich wegen der schwachen Konjunktur vor allem mit Steuerausfällen und Mehrausgaben für Arbeitslose herumplagen muss, kann sich in diesem Jahr über unerwartete Einnahmen freuen - immerhin bis zu 5,5 Milliarden Mark. So haben die Russen schon 1,1 Milliarden Mark überwiesen, um überfällige Auslandsschulden zu tilgen. Damit hatte wohl niemand gerechnet: Im Bundeshaushalt war nur ein Betrag von 600 Millionen vorgesehen.

Den mit Abstand größten Brocken bekommt Hans Eichel jedoch aus Brüssel: 4,5 Milliarden Mark, die die Europäische Union im vergangenen Jahr zu viel von den Deutschen kassiert hatte. Der Rest sind - aus der Sicht eines Finanzministers, der gewöhnlich mit Milliardensummen hantiert - Kleckerbeträge in zweistelliger Millionenhöhe, beispielsweise aus höheren Erlösen aus Grundstücksverkäufen oder auch bedingt durch Umschichtungen am Kapitalmarkt.