Wer fremdes Geld braucht, kann von David Bowie lernen. Der Popmusiker beschaffte sich 1997 auf einen Schlag 55 Millionen US-Dollar - durch die Emission einer Anleihe. Als Sicherheit trat Bowie dafür die künftigen Einnahmen aus seinen Musikstücken ab. Zinsen und Rückzahlung der Bowie-Anleihe werden also durch die Zahlungen abgedeckt, die dem Rockstar während der zehnjährigen Laufzeit des Wertpapiers zufließen.

Die Bowie-Anleihe könnte hierzulande bald auch ein Vorbild für die Kreditaufnahme anderer Unternehmen werden. Denn sie ist lediglich die besonders exotische Version einer in den USA bereits seit den achtziger Jahren gängigen Wertpapierspezies - den Asset Backed Securities (ABS). Das sind Wertpapiere, die durch künftige Zahlungsströme gedeckt sind. Als Sicherheiten dienen stets Vermögenswerte (Assets), die regelmäßige Zahlungen versprechen. In der Regel sind das verbriefte Forderungen (Securities). Diese werden gebündelt und als Paket verkauft. In den USA machen damit vor allem Hypothekenbanken, Autoleasing- und Kreditkartengesellschaften ihre Forderungen zu Geld. Hierzulande führen Asset Backed Securities noch ein Schattendasein. In Deutschland finanzieren sich die meisten Unternehmen noch immer über Bankkredite. Doch das wird sich ändern.

Eigenkapital wird teurer

Weil der Wettbewerb zwischen Banken und Sparkassen auf die Kreditzinsen drückt, ziehen sich immer mehr Geldhäuser aus der Finanzierung vor allem kleinerer und mittlerer Unternehmen zurück. Ein weiterer Grund: Schon jetzt bereiten sich die Banken und Sparkassen auf die geplante Verschärfung der Bankenaufsichtsregeln ("Basel II") vor. Dafür zuständig ist die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Zusammen mit den nationalen Bankenaufsichtsbehörden will sie die Eigenkapitalanforderungen der Kreditinstitute erhöhen und damit das Risiko von Bankenkrisen verringern.

Bislang mussten die Banken ihre Kredite an Unternehmen einheitlich mit einer Eigenkapitalquote von acht Prozent unterlegen. Künftig soll nach Bonität der Schuldner differenziert werden. Treten die Änderungen in Kraft, müssen die Banken für Kredite an Unternehmen geringerer Bonität mehr Eigenkapital zu Grunde legen. Weil Eigenkapital knapp und teuer ist, werden die Banken bei der Kreditvergabe an Unternehmen mit schlechterem Leumund zurückhaltender werden. Experten fürchten, dass gerade kleinere und mittlere Unternehmen schwerer Kredite bekommen oder höhere Zinsen zahlen müssen. Asset Backed Securities sind da ein möglicher Ausweg.

Die Kreditinstitute können - um ihr Eigenkapital zu entlasten - einfach einen Teil ihrer Forderungen verkaufen. Der Forderungsverkauf entlastet das bestehende Eigenkapital, weil dann weniger Kredite angerechnet werden müssen.

Andererseits können sich Unternehmen - als Alternative zu traditionellen Bankkrediten - Geld direkt durch die Ausgabe von Wertpapieren beschaffen, die durch Vermögenswerte abgesichert werden.