In Deutschland würde die große Wettbewerbsträgheit auch mit der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) zusammenhängen, sagt Heiland. "Dadurch ergibt sich natürlich ein großes Problem für die Hochschulen, weil Wettbewerb eigentlich gar nicht richtig realisierbar ist, wenn es nicht die Möglichkeit gibt, seine Kunden – und so bezeichne ich jetzt die Studierenden – selbst auszuwählen." Einen Ansporn für größeren Wettbewerb sieht Heiland demnach darin, dass die Universitäten mehr und mehr ihre Studenten selber aussuchen dürfen.

Der Autor untersuchte nicht nur den Stand der Dinge, sondern auch die Instrumente, mit denen die Universitäten schon heute anfangen können, sich für den zukünftigen Bildungsmarkt zu rüsten. Als Beispiele nennt er Newsletter oder Absolventenzeitungen, die Präsentation im Internet oder das Angebot von internationalen Studiengängen. Der Wunsch nach gutem Marketing sei an den Universitäten in Deutschland grundsätzlich da, sagt Heiland. "Das Problem sind tatsächlich die bürokratischen Hürden. Dass eben viele Hochschulen überhaupt nicht in der Lage sind, schnell und schlagkräftig ihr Studienangebot umzubauen, um wettbewerbsfähig zu sein." Hier seien gerade private Unis und Fachhochschulen den staatlichen voraus.

Die Dissertation erscheint im September im Gabler-Verlag: Thomas Heiland Marketing und Wettbewerb im deutschen Hochschulsystem – eine empirische Analyse unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, Reihe Wirtschaftswissenschaften.

Hinweise:

Homepage des Gabler-Verlages www.gabler-verlag.de
Informationen zur Dissertation und zum Autor auf den Seiten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaftender Universität Witten/Herdecke.
E-Mail: heiland@uni-wh.de

© 2001 DeutschlandRadio, Campus & Karriere