Dunkel ist es in meinem Lieblingstraum. Jemand verfolgt mich. Warum, weiß ich nicht. Ich habe Angst. Dann hebe ich plötzlich ab. Ich fliege davon. Weit weg. Wie ich mich dabei fühle? Als ob ich in der Luft schwämme. Frei.

Schwerelos. Keiner kann mich erreichen. Keiner kann mich berühren. Ein wundervolles Gefühl.

Trotzdem beunruhigt mich dieser Traum ein bisschen. Was will er mir sagen?

Dass ich auch im wirklichen Leben manchmal fliehen möchte? Wovor? Vor dem Erfolg? Vor dem Druck des Showgeschäfts? Nein. Ich genieße jede Sekunde meines Ruhms. Wenn ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen könnte, würde ich nichts ändern. Ehrlich.

Schon als kleines Mädchen wusste ich: Ich will berühmt werden. Auf diesen Traum habe ich hingearbeitet. Hart. Sehr hart. Ich nahm Gesangsunterricht, ich machte bei Schulaufführungen mit. Ich tat alles dafür, eine gute Entertainerin zu werden. Denn ein hübsches Äußeres macht dich nicht zum Star.

Weder in der Musik- noch in der Filmbranche.

Rückblickend unterstellen mir viele Menschen, ich hätte keine richtige Kindheit gehabt. Eine Lüge! Meine Eltern achteten immer darauf, dass ich genügend Zeit zum Spielen hatte. Ich habe nichts versäumt. Im Grunde war ich ein normales Mädchen. Na ja, ein fast normales Mädchen. Nicht jedes Kind hat mit neun sein erstes Konzert gegeben. An diesen Tag erinnere ich mich noch genau. Als ich mit meiner Tante Gladys Knight in Las Vegas auf der Bühne stand, wurde für mich ein großer Wunsch wahr. Gleichzeitig hatte ich Angst.