Drei Wochen nach der Rücknahme des umstrittenen Cholesterinmedikaments Lipobay sind die Spekulationen um die Zukunft des Bayer-Konzerns in vollem Gange. Die Frage: Werden die Leverkusener ihre gebeutelte Arzneisparte verkaufen? So wird etwa dem deutsch-französischen Unternehmen Aventis, dessen Agro-Tochter die Leverkusener haben wollen, umgekehrt Interesse an Bayer-Pharma nachgesagt. Das Problem: Bei einem solchen Tausch müsste Aventis zuzahlen, und dazu, so urteilen Analysten wie Oliver Schwarz von der Baden-Württembergischen Bank, fehlt den Straßburgern das Geld. Plausibler klingen da schon die Spekulationen aus Großbritannien und der Schweiz. Dem Vernehmen nach soll auch der englische Arzneimittelriese GlaxoSmithKline ein Auge auf Bayer haben. Die Gerüchte aus Basel sind sogar mit einem Preisschild versehen: So soll Roche angeblich 22 Milliarden Euro für die Arzneien aus Leverkusen bieten. Ob das Bayer-Chef Manfred Schneider schwach macht? Bisher legte er immer großen Wert auf Unabhängigkeit. Doch angesichts des Lipobay-Debakels versprach er, zumindest über "Kooperationen" nachzudenken.