die zeit: Was korrigieren Sie gerade?

Dorothée von Diepenbroick: Eine Zeitschrift, die von einer E-Business-Firma im Internet veröffentlicht wird. Ich setze aber nicht nur Kommas, sondern mache auch stilistische Vorschläge. Ich bin sozusagen eine Art Sprachkrankenhaus.

zeit: Sie haben sich vor kurzem selbstständig gemacht. Lässt sich von "Sprachheilung" leben?

Diepenbroick: Mein Komplettangebot von Redigatur, Lektorat und Schlussredaktion wird gerne in Anspruch genommen.

zeit: Welche Aufgaben lädt man bei Ihnen ab?

Diepenbroick: Ich gebe Texten den letzten Schliff, grammatikalisch, orthografisch und stilistisch. Ich texte auch selbst. Internet-Firmen, die Web-Auftritte für Kunden gestalten, sind sprachlich oft überfordert, wenn es um die Inhalte der Web-Seiten geht. Dass ich zusätzlich anbiete, Korrektur zu lesen, schätzen die Firmen als angenehmen Zusatzservice.

zeit: Wie schaffen Sie es, bei der letzten Zeile genauso aufmerksam zu sein wie bei der ersten?