Die Wähler sind nicht so dumm, wie ihnen oft unterstellt wird. Sie haben durchaus Verständnis für das Notwendige, wollen aber nicht den Eindruck haben müssen, dass nur für die etwas getan wird, die am lautesten schreien beziehungsweise quietschen.

N. Baszenski, per E-Mail

Wo die CDU ihren Granden sogar dann noch die Treue hält, wenn deren Verstrickung in kriminelle Machenschaften zu befürchten ist, hat sich die SPD ein aus ihrer Geschichte heraus absolut verständliches Urmisstrauen gegen "die da oben" zugelegt, das leider sogar die eigenen Leute trifft, wenn die ebendort angekommen sind. Sozialdemokraten wollen nun mal lieber überzeugt als regiert werden. Aus basisdemokratischer Sicht mag das ein sympathischer Zug sein, für das Regierungspersonal ist es ein ständiges Risiko.

Ständevertreter wissen auch, dass ein Kanzler nur so stark ist wie die Basis, die ihn trägt. Will also Schröder den Lobbyisten widerstehen, muss er die ruhige Hand zuvörderst bei der Führung der SPD walten lassen.

Matthias Vollstedt, Essen