Wir befinden uns in The Dark: Update #4 im Kunstmuseum Wolfsburg. Was wie ein neuer Gruselschocker klingt, ist in Wirklichkeit Titel der aktuellen Sammlungsausstellung. 52 zeitgenössische Werke aus dem Bestand werden gezeigt. Motto: "Schlag ins Gesicht". So jedenfalls formuliert Bruce Nauman seine Forderung an das Kunstwerk

seine multimediale Installation Falls, Pratfalls and Sleights of Hand (Clean Version) bildet das Intro. Eine große Holzkiste ist der Sarg für die begehbare Videokunst von Doug Aitken: I am in you. Plötzlich trumpft eine Dame mit Riemchensandalen und Vermittlerfunktion auf: "Wassertropfen falling usw., Sie wissen schon." Das nahe liegende Tabuthema Kindesmisshandlung bleibt unberührt. Außerdem, klein und irritierend anachronistisch in Öl: Himmler, schemenhaft gemalt von Luc Tuymann. Ohne den erklärenden Namen nicht als Individuum erkennbar. "Wer ist das?" Keiner weiß es. "Das ist traurig", finden die Riemchensandaletten.

Daneben Werke des japanischen Skandalkünstlers Nobuyoshi Araki, die Nackten hängen oben, unten Straßenszene mit Mülltonne. Sozialkritisch, wird von amtlicher Seite betont, wie auch die Fotos des Briten Richard Billingham.

Mehr nicht? Griffiger dagegen Thomas Schüttes. Der Düsseldorfer Kunstprofessor macht "ganz schlimme Fratzen" aus Wachs. Wie geschaffen, um niedersächsischen Kindern "das Dunkle" zu erklären.