Wem es schlecht geht, der muss mit seinen Pfunden wuchern - und sei es mit dem Namen des eigenen Regierungschefs. Daran erinnert sich Japan, das seit mehr als einem Jahrzehnt von Rezession zu Rezession schleicht. Um die bitter nötigen strukturellen Reformen zu bezahlen, braucht das Land Geld, soll das Volk Staatsanleihen kaufen. Jetzt wird ein zugkräftiger Name für das Staatspapier gesucht: "Überlebens-Bond", schlug ein Kabinettsmitglied in Tokyo vor

"Wiederbelebungs-Anleihe" lautete die Idee des Wirtschaftsministers. Beides wurde verworfen, vielleicht, weil es dann doch zu dramatisch klang. Die jetzt erwogene Lösung: "Koizumi-Bond".

Schließlich ist Junichiro Koizumi, Nippons attraktiver Premierminister, fast so populär wie ein Rockstar. Ihn zu vermarkten, so die Hoffnung der Finanzstrategen in Tokyo, könnte nicht nur viel Bares in die klammen Staatskassen bringen, sondern auch die Bereitschaft der 140 Millionen Japanern fördern, bei den Reformen mitzumachen. Das Problem: Eigentlich hatte Koizumi - neben vielem anderen - auch versprochen, die Kreditaufnahme des Staates zu begrenzen. Da wirkt es dann schon ein bisschen seltsam, wenn ausgerechnet sein Name mit neuen Schulden in Verbindung gebracht wird.