Mit einem Satz springt er auf den Couchtisch, breitet die Arme aus und steppt klickernd auf der Tischplatte. Setzt auf einen schweren Sessel über, drückt mit dem Schuh gegen die Lehne, der Sessel kippt, und weiter tänzelt er über das glatte Parkett. Lächelnd dreht Christopher Walken eine Pirouette.

Gewöhnlich ist dieser Mann für das Abartige zuständig. Er spielt Irre, Gestörte, Dämonische. Im Videoclip zu Weapon of Choice von Fatboy Slim aber tanzt er durch die Lobby eines vergilbten Luxushotels - so als hätte er nie etwas anderes getan.

Auch in seinen anderen Filmen bewegt sich Christopher Walken wie ein Tänzer.

Er spielt eine Szene nicht einfach, er hat einen Auftritt. Ein Solo, durchchoreografiert. Jede Bewegung hat Rhythmus - ein Fächeln mit der langen schmalen Hand, ein Schritt, ein Drehen des Kopfes. Auch Walkens Worte tanzen: Er verschleppt Silben, macht plötzliche Pausen, zieht Sätze ineinander, die nicht zusammengehören.

Ob er einen Mafioso wie in Abel Ferraras King of New York darstellt, den fiesen Industriellen in Batman Returns oder einen versponnenen Wissenschaftler wie in der Komödie Eve und der letzte Gentleman - Christopher Walken wirkt unheimlich. Vielleicht liegt es an den eiswasserblauen Augen, dem stechenden und zugleich leeren Blick, der immer wieder fortschweift. Oder es sind die Lippen, die sich zu einem abgründigen Lächeln kräuseln können.

Christopher Walken hat eine schlichte Erklärung. Dass er so absonderlich wirke, hänge mit seiner Kindheit zusammen. Ich bin im Showbusiness groß geworden, und das hat mich anders werden lassen. Wenn Menschen etwas nicht kennen, dann fürchten sie es. Aber ich finde mich nicht merkwürdig, wirklich nicht.

Bereits als Dreijähriger posierte er für Werbefotos, später bekam er Statistenjobs in Fernsehsendungen. Mit 14, das war 1957, hatte der junge Walken ein einschneidendes Erlebnis: Er sah Elvis Presley in einer TV-Show.