Das Muster der Geschlechterdifferenz löst sich weiter auf. Unternehmen entdecken die Frauen. Anders gesagt: Weil der gute Managernachwuchs schrumpft, erkennt man die Intelligenz der Frauen. Firmen stellen sich darauf ein, geschlechterspezifische Arbeitsbedingungen zu schaffen. Insbesondere achten sie auf elastische Arbeitszeiten und bieten Kinderbetreuung an.

Ausgehend vom Idealtypus der Managerin mit zwei Kindern, ist ein neues Familienmodell entstanden: Der Tag wird durchorganisiert

professionelle Dienstleister helfen, Kinder und Haushalt zu versorgen. Die Rolle des Hausmannes bleibt hingegen gesellschaftlich marginal.

Es zeigt sich, dass berufstätige Ehefrauen dieses neue Modell längst beherrschen und praktizieren. Neben ihrer Arbeit organisieren sie ihre Familie - vornehmlich versorgen und betreuen sie die Kinder. Sie erledigen die Einkäufe, organisieren Küche wie Hausputz, Kindergarten- und Schultermine, bauen mit Verwandten und Bekannten Kinderbetreuungsnetze auf.

Diese Frauen arbeiten als "Dowohalfi": double work, half income.

Die Familie ist keine Familie mehr im traditionellen Sinne, sondern eine Unternehmung, der die Frauen als Geschäftsführerinnen vorstehen, während die Männer meinen, als Finanzholding ihre Rolle bestens auszufüllen. Viele berufstätige Frauen sind in zwei Organisationen tätig: in ihrem Job und als Geschäftsführerinnen der "Familien GmbH"

zudem müssen sie, als dritte Aufgabe, beide Tätigkeiten miteinander verbinden.