Nächste Woche beginnt die Saison. Nein, nicht die Fußballsaison, die soll schon angefangen haben. Nein, nicht die Theatersaison, die kommt wohl noch.

Es beginnt die Kunstsaison, etwas, das es bisher so gar nicht gegeben hat. Es gibt, alle zwei Jahre wieder im Juni, das haarscharfe Nacheinander der Basler Kunstmesse und der Venedig-Biennale, um das herum sich immer mehr Ausstellungen und Veranstaltungen, kurz gesagt Events, ranken. Und dann gibt es, alle vier Jahre, die Kasseler Documenta mit ähnlichen Folgen.

In diesem Jahr aber gibt es genau zu der Zeit, wo die Tage kürzer werden und der Mensch zurückstrebt in die Innerlichkeit des Raums auch eine, wie man diamantenhändlerisch sagt, hochkarätige Kunstsaison. Sie beginnt am 2.

September, wenn in Düsseldorf das museum kunst palast eröffnet wird. Die kleinen Buchstaben täuschen. Denn hier zieht nicht nur das Kunstmuseum unter das Stiftungsdach des Kunstpalastes. Hier begegnen wir auch, wie die hochtourige PR-Maschine immer wieder säuselt, einem wegweisenden Exempel von PPP, public-private partnership. Und die Partnerschaften nehmen kein Ende: Direktor Jean-Hubert Martin hat die Einrichtung der Sammlung in Zusammenarbeit mit zwei Künstlern gestaltet. Für die Eröffnungsausstellung aber, altäre - Kunst zum Niederknien, hat man Geistliche angeheuert, global natürlich, zum Weihen.

Einweihen, eine Spätform des Weihens, wird man am 22. September das Museumsquartier Wien, ein neues Kunstareal am Rande der Innenstadt und, so lesen wir, "einer der zehn größten Kulturkomplexe der Welt". In naturgemäß synergetischer Nachbarschaft befinden sich hier das nach dem Sammler Leopold benannte Museum, das seine Kollektion der österreichischen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts beherbergt, das zum MUMOK zusammengeschnurrte Museum des 20.

Jahrhunderts/Sammlung Ludwig, die Kunsthalle, ein Architektur-, ein Tabak- und ein Kindermuseum, kurz alles, was das vernetzte PPP-Kunstherz begehrt.

Von der "ersten Adresse für Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert" setzen dann am 4. Oktober die Aficionados der Kunst im Jet-Sprung über den Atlantik.