Fondsgesellschaften und Privatanleger verfolgen dieselben Ziele, nämlich hohe Renditen zu erreichen - dieser Irrglaube ist bei Besitzern von Fondsanteilen weit verbreitet. Tatsächlich haben Investmenthäuser ein ganz anderes Interesse: Sie wollen möglichst viel Geld einsammeln. Das größte Volumen aber ziehen nicht unbedingt die Fonds mit der stabilsten Wertsteigerung an, sondern die mit der spannendsten Story. Je nach Mode lassen sich mal Telekommunikationsfonds am besten verkaufen, dann Logistikfonds oder solche, die in die Aktien bekannter Markenhersteller investieren. Der Vorteil für Banken und Fondsgesellschaften: Solche Produkte lassen sich von den Beratern der Geldhäuser am leichtesten an den Mann bringen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass private Anleger im Jahr 2000 über alle Fondskategorien hinweg durchschnittlich sieben Prozent ihres Fondsvermögens verloren haben, wie eine Studie der Unternehmensberater Booz Allen & Hamilton ermittelt hat. Bei manch einem auf Branchen spezialisierten Aktienfonds liegt der Verlust sogar in der Größenordnung von 70 Prozent und mehr. Gleichzeitig hätten nie zuvor deutsche Privatanleger so viel Geld in Investmentfonds investiert wie im vergangenen Jahr. Mit Nettomittelzuflüssen von mehr als 100 Milliarden Mark wurden den Angaben zufolge erstmals mehr als 40 Prozent der privaten Ersparnisse in Investmentfonds investiert. Rund 5000 Fonds werden in Deutschland vertrieben.

Der Anleger hat angesichts dieser Vielfalt das Problem, den für seine Bedürfnisse besten davon herauszufinden. Für Laien ist dies eine nahezu unlösbare Aufgabe. Zahlreiche Rating-Agenturen versuchen daher, Licht ins Dunkel zu bringen. Sie bewerten die Fonds nach unterschiedlichen Kriterien.

Einheitliche Regelungen, wie diese Bewertungen stattzufinden haben, gibt es allerdings nicht. Und auch das beste Fondsrating muss mit dem Manko leben, immer nur die Vergangenheit beleuchten zu können.

Die alles entscheidende Frage ist somit: Ist es wahrscheinlich, dass die Manager, die Kundengelder über Jahre hinweg gut angelegt haben, auch in Zukunft eine glücklichere und erfolgreichere Hand haben? Oder sind es jene Kollegen, denen es in der Vergangenheit nicht glückte, die anvertrauten Kundengelder profitabel anzulegen?

Fragwürdige Ranglisten

Für Albert Bruer, Chefredakteur von Performance, einer Fachzeitschrift für Finanzinformationen, bekommen Anleger durch das Fondsrating eine zusätzliche Messlatte zur Hand: "Das Rating ist natürlich keine Gewinngarantie.