Verfluchter letzter Tag Die Kunst liegt in der Verfremdung. Via Lewandowsky kreiert Bilder auf dem Computer mithilfe digitaler Bearbeitung.

In seiner fotografischen Werkreihe Never been there zeigt der Künstler eine imaginäre Reise in ferne Länder und Zeiten. Dazu verarbeitet er Abbildungen aus alten Reisetagebüchern vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die fremde Kulturen und Landschaften vermitteln wollen: Timbuktu, afrikanische Tänzerinnen, eine Berglandschaft, einen Baumstamm im See (Foto). Durch den digitalen Eingriff verwandeln sich die Bildmotive stilistisch und inhaltlich.

Sie werden zu Bildern der Gegenwart. Beim Betrachter stellt sich eine Mischung aus Fremdheit und Déja vu ein. Eine ständige Doppel- und Mehrdeutigkeit. Die Bilder erinnern an Videostills und an touristische Schnappschüsse. Ruhig, geradezu statisch wirken die Aufnahmen. Via Lewandowsky hat an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden studiert und in bekannten Galerien und Museen ausgestellt, etwa der Gallery Lombard-Freid Fine Arts in New York, dem Deutschen Museum Bonn, dem Palazzo delle Esposizioni in Rom oder der Kestner-Gesellschaft Hannover. Seit einiger Zeit arbeitet er mit dem Dichter Durs Grünbein zusammen. Seine Werkreihe der Reiseaufnahmen ist Teil der Ausstellung Verfluchter letzter Tag. Sie wird ergänzt durch den Werkblock Angepisst, der Untersuchungen von Körperflüssigkeiten zeigt und die Bildreihen Kawumm und Dröhnen, die Kriegsverletzungen und -schauplätze umfasst.

Galerie Ute Parduhn, Kaiserswerther Markt 6a, 40489 Düsseldorf, Tel.

0211/40 06 55. 1. September bis 30. Oktober, Mi.-Fr. 14-18 Uhr, Sa. nach Vereinbarung, www.galerie-parduhn.de