Ich war zutiefst erschüttert darüber, dass mein Heimatland nicht dazu imstande ist, was ich in den ersten zehn Jahren meines Lebens in Kenia erlebt habe. Als Kind eines Missionars bekam ich jeden Tag aufs Neue die Offenheit und Toleranz der Kenianer uns musungus (Weiße) gegenüber zu spüren. Neugierig wühlten sie in meinen Haaren, und ich inspizierte ihres. Nie hätte sich jemand nicht neben meine Mutter gesetzt, nur weil sie eine Weiße ist, und niemals habe ich eine solch beschämende ausländerfeindliche Illustration zu sehen bekommen, wie Herr Sankoh sie beschreibt.

Maria Rothmund, 19 Jahre Bensheim/Hessen

Als Weißer, der in Bénin während sechs Jahren selbstständig tätig war, möchte ich mir einige relativierende Bemerkungen erlauben. Natürlich hätte auch ich nicht gern, wenn meine schwarze Ehefrau - oder ich wegen ihr - rassistische Beleidigungen einstecken müsste. Gerade das aber ist uns in Bénin widerfahren, und zwar in einem Maße, dass wir das Leben dort schließlich nicht mehr ertragen konnten. Als meine Frau unser erstes gemeinsames Kind zur Welt brachte, wurde ihr von der Geburtshelferin vorgehalten, mit einem Weißen verheiratet zu sein, und sie wurde dermaßen beschimpft, dass es bis auf die Straße zu hören war.

Thomas Lentze, Bonn

Dass der Autor bei seiner Einschreibung an der Universität Dortmund trotz Nachweises über die Erlangung eines Bakkalaureats und trotz seiner zwei Jahre Erfahrung in Forschung und Lehre mit dem Vordiplomstudium anfangen musste, hat nichts mit "akademischem Rassismus" zu tun, sondern ist einfachen Regelungen zuzuschreiben, die Resultat eines Vergleichs von internationalen Bildungssystemen sowie Studiengängen und -abschlüssen sind.

Für den größten Teil Afrikas gilt, dass die Hochschulreife allgemein dann erreicht ist, wenn in der Heimat zwei Jahre erfolgreich studiert worden ist.

Die erwähnten deutschen Regelungen sollen garantieren, dass Studienanfänger eine vergleichbare Studiengrundlage aufweisen.