Dass Herbert Schmalstieg, der nahezu ewige OB alten wie neuen Kommunal-Rechtes, im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit eingefahren hat, und dies sogar entgegen der Befürchtungen seiner eigenen Genossen – dies ist zunächst ein willkommener Beweis gegen unsere Spaßgesellschaft: Offenbar zählt – mitunter langwierige und langweilige – Kontinuität und Kompetenz doch etwas mehr als Fans for Fun..

Und nun kommen wir zum Kernstück unserer Analyse: Wer in den Tagen vor der Wahl durch Hannover fuhr, dem standen Plakate vor den Augen, auf denen er zunächst nur zweierlei sah: Links ein paar grobkarierte Filzpantoffeln, Schuhgröße: Mann – rechts ein paar schicke Damenschuhe. Und darunter, erst im Kleingedruckten, einen Hinweis auf die Kandidatin der CDU, Frau Pawlowski oder Paweltschik oder – ach, wie hieß sie doch noch...

Das Signal schien klar: Wer langweilige Männer-Hauslatschen trägt, macht schlechte Politik – die Lady im eleganten Treter aber gute. Doch worum es in der Politik der nächsten Jahre gehen sollte, ob etwa die Damentreter in fünf Jahren nicht erst recht alt aussehen, davon war nicht die Rede.

Das Ergebnis unserer Analyse also: Wenn die Politik sich in ihrer Mitteilung an die Bürger auf ein Intelligenz-Niveau hinunterstürzt, das selbst auf der nach oben wie unten offenen Jauch-Skala keinen Ausschlag mehr zeigt, der darf sich über beides nicht wundern: Weder über den ausbleibenden Wahlsieg noch über den ausbleibenden Wähler.

(Das Nähere finden Sie bei Infratest, der Forschungsgruppe Wahlen etc.pp.)

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