Im Jammertal der Kurse freuen sich Anleger über alles, was Hoffnung verspricht. Die gute Nachricht der Woche liefern diesmal die Banken: Einige Institute haben die Regeln für ihre Analysten verschärft. Fertigen die Unternehmensforscher der DG Bank eine neue Studie an, müssen sie künftig darauf hinweisen, wenn ihr Haus das Unternehmen an die Börse gebracht hat - es könnte ja sein, dass sie nur zum Kauf der Aktie raten, weil der Börsengang ein Flop war. Die britische Großbank HSBC verlangt von ihren Analysten realitätsnähere Beurteilungen. Denn Realität tut an der Börse Not: Selbst Rolf Breuer, der Chef der Deutschen Bank, räumt inzwischen ein, dass sich Analysten in der Vergangenheit wohl mehr an Stimmungen orientiert hätten als an Zahlen und Fakten.

Um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, reichen härtere Regeln für Analysten allein jedoch nicht aus. Wichtig wären auch Sanktionen gegen jene Banken, die offensichtlich unreife Unternehmen an die Börse bringen. Das aber wird in der Finanzszene bislang strikt abgelehnt. Schlecht für die Aktionäre, denn wenn die Kurse wieder steigen, wird von Reformen sowieso niemand mehr sprechen.