die zeit: Sie sind der erfolgreichste deutsche Autor des vergangenen Jahrzehnts. Macht Sie das nicht nervös?

Walter Moers: Das klingt ja, als hätte ich meine beste Zeit schon hinter mir.

zeit: Zumindest für den Zeichner Walter Moers könnte das stimmen. Sie betonen doch selbst immer wieder, dass der Comic am Ende ist.

Moers: Als ich vor zwölf Jahren zum ersten Mal in Amerika war, gab es an jeder Ecke einen Comicladen. Und jetzt? Nehmen Sie zum Beispiel Forbidden Planet in New York, den größten und besten Comicladen der Welt. Der hat die Verkaufsfläche auf die Hälfte reduziert.

zeit: Warum dieser Absturz? Können die Zeichner nicht mehr zeichnen?

Moers: Natürlich werden noch immer gute Comics gemacht. Sie werden nur nicht mehr gekauft. Die Verlage und Programme schrumpfen, die älteren Zeichner weichen auf Fernsehen und Film aus, die jüngeren auf Computeranimation. Das ist eine technische Revolution, keine künstlerische.

zeit: Haben Sie angefangen, Romane zu schreiben, weil niemand mehr Ihre Comics kaufen will?