Räume definieren Leben. Und umgekehrt. Allein ihre Nennung gibt unserer Fantasie einen Kick. Chambre séparée. Rittersaal. Esszimmer. Lounge. Boudoir.

Herrenzimmer. Ja, und Blaubarts mörderisches Depot. Giovannis Zimmer, in dem nachts Dinge geschahen, die nicht hätten geschehen dürfen. Die Küche von Shirley Valentine, in der sie Chips and Eggs brutzelte und ihre Einsamkeit verscheuchte, indem sie mit der Wand sprach. Für die Ausstellung Ein Raum ist eine Welt in der Kunsthalle Zürich (bis zum 21. Oktober) wurden sechs Räume aufgebaut. Manche riechen nach frischer Farbe. Einer nach alten Kleidern.

Aber vor allem riechen sie nach Abwesenheit von Leben und Lust. Außer jenem von Georges Adéagbo, Künstler aus Benin. Er hat in seiner Koje ausgebreitet, was ihm an Mitteilenswertem in Zürich und sonstwo in die Hände gefallen war.

Seine Welt aus Appellen und Zeichen. Eine Flut aus Bildern, Tafeln, Flaschen, LP-Hüllen, Zeitungsfetzen. "Schnell Bargeld? - Klicken Sie auf www.flexi.ch!!" - "Herzlichst Walter Roderer". Und an allen strategischen Orten stützen Holzskulpturen aus Benin das afrikanische Raumkonstrukt. Auch einen verschlossenen Raum gibt es. "Kein Zutritt" steht dran. Wer die Türe öffnet wie Blaubarts neugierige Frau, der steht in der - Administration.