Manche Menschen schwitzen mitunter so exzessiv an den Handtellern (und den Füßen), dass sich ihre Begrüßungen anfühlen, als ob sie sich nach dem Toilettenbesuch nicht abgetrocknet hätten. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet unter dieser stigmatisierenden Neigung. Da hilft kein Antitranspiranz.

Chirurgen vom Montefiore Medical Center in New York haben sich der Schweißgeplagten jetzt erbarmt. Sie durchtrennen ganz radikal per Knopflocheingriff im Brustraum den zuständigen Schweißnerv. Endlich müssen die Patienten nicht mehr auf Partys ängstlich ihr handkühlendes Getränk umklammern und können beherzt zum Gruße einschlagen. Vor der Nervkappung benoteten die Geplagten ihren Zustand auf einer Stressskala von 1 bis 10 im Mittel mit 6,85 Punkten - nach der OP sank der Stresspegel auf weniger als ein Drittel.

Doch der Kampf gegen die körpereigenen Feuchtgebiete hat auch Nebenwirkungen.

Über die Hälfte der Behandelten beklagt nach der Operation vermehrte Schweißneigung an Bauch, Rücken und den Oberschenkeln. Die Chirurgen wiegeln ab: Es handele sich nur um erhöhte Luftfeuchtigkeit, sozusagen um eine gewisse Schwüle in der Hose. Das wäre verzeihlich - und erträglich. Schlimmer ist eine andere Begleiterscheinung: Ein Prozent der Behandelten, heißt es, muss OP-bedingt mit einem hängenden Augenlid rechnen. Aber mit einer ganz kleinen, harmlosen Operation ...