Fördernde Verweigerung.

Wie fördert man die Stammzellenforschung, indem man ihr 60 Millionen Dollar Forschungsgeld verweigert? Dieses Kunststück versucht jetzt Netscape-Gründer Jim Clark. In einem Meinungsbeitrag für die New York Times kündigte der Milliardär an, seinen Zuschuss für ein neues Bioforschungszentrum an der Stanford University von 150 Millionen auf 90 Millionen Dollar zu kürzen.

Clark ärgert sich über die Entscheidung von US-Präsident Bush, nur die Forschung an rund 60 schon vorhandenen Stammzelllinien mit staatlichen Geldern zu fördern, nicht jedoch die Herstellung neuer Zelllinien. "Unser Land droht ins Mittelalter der Medizin zurückzufallen", fürchtet Clark. Der erklärte Anhänger der Biotechnologie will das Geld so lange zurückhalten, bis Bush seine Entscheidung überdacht hat. Der Präsident der Stanford University, John Hennessey, zeigte Verständnis für Clarks Haltung und bedankte sich artig für die verbleibenden 90 Millionen Dollar.

Spähblick in den Weinberg.

Mit Unterstützung der Nasa wollen Weinbauern in Kalifornien künftig den Ertrag ihrer Trauben steigern. Forscher vom Ames Research Center der Nasa im Silicon Valley haben mit Infrarot-Luftaufnahmen Weinberge kartiert und nach Wuchs und Qualität in kleinere Gebiete unterteilt. Die Bilder sollen dabei helfen, den besten Standort und Erntezeitpunkt für die Reben zu finden. Oft liefern Trauben, die an verschiedenen Stellen im Weinberg wachsen, einen Saft von extrem unterschiedlicher Qualität. Denn Bodenbeschaffenheit, Wasserzufuhr, Licht und vieles mehr beeinflussen Reifetempo und Ausbeute. Das komplizierte Zusammenspiel ist für Weinbauern vom Boden aus nur schwer zu durchschauen.

Verräterischer Virusknall.

Welche Laute machen Viren? Keine? Weit gefehlt! Wenn Viren von einer Zelloberfläche abfallen, so tun sie das - im molekularen Maßstab - mit einem Knall. Wissenschaftler der University of Cambridge wollen daher nun Krankheitserreger anhand ihrer spezifischen Geräusche identifizieren, und zwar schneller, als das herkömmliche Methoden vermögen (Nature Biotechnology, Bd. 19, S. 833). Als Abhörgerät benutzen sie einen Quarzkristall, dessen Oberfläche mit Antikörpern beschichtet ist, an denen die Viren kleben bleiben. In einem elektrischen Feld bringen die Forscher den Kristall so zum Schwingen, dass die Verbindung zwischen Antikörper und Virus reißt. Diesen "Plopp" wandelt der Quarz in ein elektrisches Signal um, das sich von Virus zu Virus unterscheidet - je nach Größe und Oberflächenbeschaffenheit des Erregers. Bis das Verfahren in Arztpraxen Verwendung finde, werde aber noch einige Zeit vergehen, räumen die Forscher ein.