"Für das Bild müsste ich erst ein Bügeleisen holen", sagt Goofy zu einem Dalø. Wie beruhigend, auch in Entenhausen gibt es offenbar Kunstbanausen. Die Affinität moderner Kunst zum Comic ist seit Roy Liechtenstein, Andy Warhol und Öyvind Fahlström bekannt, von einer wechselseitigen Befruchtung war bisher weniger die Rede. Die Ausstellung Berühmte Gemälde aus Entenhausener Privatbesitz (bis zum 12. September, Künstlerdorf Schöppingen, nahe Münster) holt dies nach mit Daniel Düsentriebs Elektronenmaler und Oma Ducks malendem Pferd. Nun wissen wir endlich, wo die echte Avantgarde wütet - in Disneyland.

Wie spannungsreich die Komposition, wie kühn das Farbrepertoire, wie energetisch geladen die Setzung! Das Geheimnis des bewunderten Gelb-Rot-Grün-Malers löst sich erst auf, als seine Vorlage erleuchtet: ein karierter Lampenschirmbezug. Die Dollarzeichen hat Dagobert Duck nicht nur im Blick, sondern an der Wand mit seinem seriell arbeitenden Taler-Maler. Von der "hintergründigen" Dekoware bis zur integrierten Performance-Handlung: Anhand originaler Comics oder nachgemalter Bilder aus dem Duckschen Kunstkosmos spielt die Ausstellung durch, was Kunst leisten - und vor allem was die Kunstkritik so alles verkleistern muss und kann. Ein kleiner Gag am Rande also, der - ganz nebenher - die nicht selten nebulöse Kunstkritik mit ihren rhetorischen Topoi und durchgenudelten Sprachklischees zur Selbstkritik anhalten möchte. Ufff! Zwischen Sprechblasen und Worthülsen liegen manchmal nur ein paar Buchstaben mehr.