Gute Tat ist teuer ... und Rat erst recht!!! Die Vergütung häuslicher Pflege mag schlecht und unrentabel sein. Aber dies ist ein Phänomen nicht nur in der ambulanten Pflege, sondern im Gesundheitswesen allgemein. Es betrifft wohl alle Angestellten im öffentlichen Gesundheitswesen, seien es Schwestern, Pfleger, Hebammen oder Ärzte. Es scheint immer noch der Grundsatz zu gelten, dass Gesundheit in diesem Lande bitte nichts kosten darf. Hierzu im krassen Gegensatz die Planung der neuen Designerküche für einen Stundensatz von circa 300 Mark, die Bezahlung eines Rohrbruchs am Wochenende oder schlicht die Inspektion eines nagelneuen Autos.

Was, denken Sie, verdient zum Beispiel ein Assistenzarzt in einer großen Frauenklinik im Nachtdienst pro Stunde? Es sind genau 42,80 Mark brutto, wo nach Abzug der Sozialabgaben und progressiver Besteuerung noch maximal 15 Mark pro Stunde übrig bleiben. Versuchen Sie einfach einmal, für den genannten Betrag zur Nachtzeit, am Wochenende oder einfach an jedem x-beliebigen Tag der Woche Ihren Rohrbruch zu sanieren, Ihr Auto reparieren zu lassen oder einen Handwerker ins Haus zu bekommen.

Dr. C. M. Jäger, Blaustein

Was ist aus der Green-Card-Politik für die von der deutschen Wirtschaft so eifrig angeforderten ausländischen Computerspezialisten geworden? Ein Flop!

Viele Spezialisten wurden erwartet, nur wenige kamen ins Land. Ob aber eine Green-Card-Politik für Pflegekräfte im ambulanten Dienst eine Chance hätte, kein Flop zu werden, das sollte von dem betreffenden Bundesministerium einmal ausprobiert werden. Und zwar so schnell wie möglich! Den vielen pflegebedürftigen Deutschen, die nicht zu den Reichen der Reichsten gehören, wäre mit solch einer "Aktion" ganz bestimmt geholfen. Den Helferinnen aus Osteuropa übrigens auch.

Melitta Kröwerath-Wiesner Jongny, Schweiz