Sicher, die Vorstellung, dass ein deutscher Außenminister als Vermittler im Konfliktfeld Nahost tätig wird, mag ein bisschen zu groß erscheinen für uns Deutsche.

Sicher ist Joschka Fischer kein neuer Clinton, und Deutschland ist weit entfernt von der Position einer Großmacht wie den USA, aber seit über einem Jahrhundert haben speziell die Großmächte versucht, Einfluss auf die Region zu nehmen, ohne Erfolg. Somit ist das Engagement Fischers, so zurückhaltend er auch ist, ein Hoffnungsschimmer und nicht bloß Untermalung für die ständig steigende Zahl an Todesopfern auf beiden Seiten.

Fabian Mosbach

Wann hören die Deutschen endlich damit auf, sich - berufend auf historische Kontinuitäten - aktuellen Problemen zu verschließen? Deutschland kann das leisten, was ihm eine Vermittlerrolle im Nahen Osten abverlangen würde.

Nicht, um zu zeigen, "wir sind wieder wer", sondern vielmehr ein "Wir sind auch noch da". Die USA haben sich unter der Präsidentschaft von George W.

Bush aus einem (weiteren) klassischen Feld ihrer internationalen Tätigkeit zurückgezogen. Jetzt ist die Chance da für Europa, außenpolitische Kompetenz und Einsatzbereitschaft zu demonstrieren. Und Deutschland sollte sich verpflichtet sehen, in diesem Rahmen seinen Beitrag zu leisten.

Michael Tröster