Glaubt Günther Jauch bloß kein Wort! Statt die "Schlafmünzen" brav zur Bank zu bringen - wie es der Fernsehmoderator fordert -, sollte man die gesammelten Mark- und Pfennigstücke lieber weiter sammeln, rät der Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels. Zumindest einige davon: Nach der Umstellung auf den Euro könnten einige D-Mark-Münzen kräftig an Wert gewinnen.

Im Gegenzug zu manch anderen Formen der Geldanlage ist das Sammeln alter DM-Münzen völlig risikolos. Auch nach der Euro-Einführung können Mark und Pfennig noch ohne zeitliche Begrenzung umgetauscht werden - allerdings nur noch bei den Landeszentralbanken. Weil viele Hobbysammler dennoch Angst vor Wertminderungen hätten und Münzen derzeit günstig abgäben, sei nun der richtige Zeitpunkt zum Zukauf, meinen Experten. Ein Scherz auf Kosten argloser Münzsammler?

Nicht, wenn man gezielt vorgeht: Das Horten lohnt sich nur bei Geldstücken bestimmter Jahrgänge oder Prägeanstalten. So ist etwa ein gut erhaltenes Fünfpfennigstück von 1967 mit dem Aufdruck "G" - das steht für die Prägestätte Karlsruhe - Sammelfreunden heutzutage rund 24 Euro wert. Ähnliche Stücke aus späteren Jahren sind dagegen deutlich billiger zu haben. Ein 50-Pfennig-Stück aus der gleichen Prägeanstalt kann sogar bis zu 798 Euro wert sein, wenn es 1950 hergestellt wurde und den seltenen Aufdruck "Bank deutscher Länder" trägt. Von dieser Münze sind insgesamt lediglich 30 000 Exemplare hergestellt worden. Wie viele davon heute noch existieren, ist unbekannt. Für ein Markstück aus dem Jahre 1968 gibt es rund 20 Euro, sofern es aus Hamburg stammt und den Prägestempel "J" aufweist. Und für Konrad Adenauer auf einem 1984er Zweimarkstück wird mit dem Aufdruck "G" immerhin noch das Vierfache des Nennwerts gezahlt.

Auch bei anderen Münzen kann sich der tiefe Blick ins Portemonnaie lohnen: Einige Münzen aus den Jahren seit 1995 kosten bereits heute mehrere hundert Mark, weil sie wegen der Währungsumstellung nur noch in sehr kleinen Stückzahlen geprägt wurden. Ein Münzsatz von 1995, der bei der Ausgabe rund 200 Mark kostete, wird bei rund 3000 Mark gehandelt. Besonders Hartgeld des vergangenen Jahres ist unter Numismatikern heiß begehrt, und den letzten Jahrgang 2001 werden neben Profis wohl auch viele Nichtsammler als Andenken behalten wollen. Das treibt die Preise hoch. Wie viel für ein Mark- oder Pfennigstück gezahlt wird, hängt auch vom Zustand der Münzen ab. Als Faustregel gilt dabei: Je mehr Kratzer und Macken ein Geldstück hat, desto weniger ist es wert.

Ähnlich wie bei Münzen sollte auch Papiergeld möglichst unbenutzt aussehen, wenn es mit den Jahren im Wert steigen soll. Die Chancen sind allerdings deutlich geringer als bei Münzen. Wer trotzdem darauf spekulieren will, dem raten Kenner zu druckfrischen Scheinen. Denn schon kleine Knicke und Risse mindern den Sammlerwert beträchtlich.