Sie dürfen beängstigend große Traktoren fahren, mehr als 400 PS stark und 18 Tonnen schwer. Sie dürfen sich auch auf Motorrädern ins Verkehrsgewühl stürzen, immerhin mit Tempo 80. Mit 16 Jahren bekommen Jugendliche in Deutschland erstmals die Macht über ein motorisiertes Gefährt. Doch ein ebenso schneller, elektronisch tempogedrosselter Kleinwagen ist für sie tabu.

Die deutsche Führerscheinverordnung behandelt Jugendliche nach dem Motto: volles Mitackern im Feld oder Forst. Und fürs Herumfahren genügt das Moped.

Die Lizenzerteilung nach alter Väter Sitte übersieht in fahrlässiger Weise, dass sich die passive Sicherheit von Motorrädern und Autos enorm auseinander entwickelt hat: Während in Autos zahlreiche ausgeklügelte Vorrichtungen die Insassen schützen, von energieschluckenden Stoßfängern und Sicherheitskarosserien über Sicherheitsgurte, Kopfstützen, schnelle Sensoren bis hin zu wachsenden Airbag-Wolken, gilt für Biker die uralte Reiterphysik: Beim Unfall geht's raus aus dem Sattel, rein in den un kontrollierten Flug.

Dieser endet oft tödlich, jugendliche Opfer sind im Straßenverkehr ungewöhnlich häufig.

Wie verstaubt die deutsche Fahrerlaubnisverordnung ist, das bemerkten kürzlich die Grünen, als sie einen Trippelschritt wagten und den "Führerschein ab 16 für solare Leichtmobile" forderten. Sie monierten zu Recht, dass die gültige Verordnung nur zweirädrige Mopeds (bis 45 km/h) und Leichtkrafträder (bis 80 km/h) kennt. Für beide Fahrzeugklassen gibt es jeweils einen Führerschein ab 16. Das solarelektrische Leichtmobil mit Höchsttempo 45 ist jedoch dreirädrig - ein Rad zu viel für die Bürokratie.

"Das führt zu absurden Ergebnissen", wettert der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Albert Schmidt.

Die Gesetzeslage ist unlogisch