Wissenschaft ist sexy. Sie verspricht Gewinn und hält die Welt in Atem. Also muss sie ins Fernsehen.

Im ZDF stemmt jetzt Ex-RTL-Wetterfrosch Frank Sitter Abenteuer Wissen, ein taufrisches Unternehmen, das sich bemüht, den goldenen Verschnitt aus Exaktheit und Spiel, aus seriöser Reportage und kurzweiligem Boulevard zu etablieren. Für beides gibt es Vorbilder. Galileo auf ProSieben, fünfmal pro Woche dabei, gehört eindeutig zur Spaßfraktion. Vom Moderator Aiman Abdallah erfährt man, warum die Haut im Wasser runzlig wird und wie Schluckauf entsteht, aber auch, wie man erdbebensicher baut und wie Taschenlampen ohne Batterie funktionieren. Die Beiträge sind allerdings meist so spektakulär aufgemotzt, dass das Label Wissenschaft auf Feigenblattgröße zusammenschrumpft.

Die Öffentlich-Rechtlichen sind da auf 3sat mit nano (auch fünfmal) solider: Untermalungsmusik fällt weg, dafür wird der Riesenrechercheapparat nach dem Eisbergprinzip genutzt: Viel fundiertes Wissen sitzt unter der Oberfläche.

Nano bringt das Kunststück fertig, die verschiedenen Beiträge, die gern nach allen Richtungen auseinander fallen, sinnvoll zu verknüpfen - so kommt man immer wieder in Kontakt mit dem Eisbergmassiv.

Abenteuer Wissen möchte hautnah an die Spezies Mensch herangehen. Warum lügt der Mensch?, heißt eine Frage, Wie verlegt er Kabel unter dem Meer?, und Was ist mit dem Rätsel der Gefühle? Die ersten Proben zeugen von dem Bemühen der Macher, bei aller Klügelei nur ja den Anschluss ans Entertainment nicht zu verpassen, der kaspernde Moderator tut das Seine dazu. Aber die Phänomene, die Lügen, Ängste und großen Fahrten werden so apart in Szene gesetzt, dass echte Spannung aufkommt.