Nach der Unterrichtung der Fraktions- und Parteivorsitzenden der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien sagte der Kanzler am Abend in Berlin vor der Presse: "Ich habe deutlich gemacht, dass wir - die Gemeinsamkeit der Demokraten - daran interessiert sind, Sie darüber, was die zukünftigen politischen Einschätzungen und die daraus abgeleiteten Strategien angeht, in absolut offener Weise zu informieren."
"Ich habe, weil es jetzt nicht nur um deutsche, sondern um europäische und darüber hinausreichende Solidarität geht, mit Frankreichs Staatspräsidenten Jaques Chirac, mit Premierminster Tony Blair und mit dem russischen Präsidenten Putin telefoniert. Wir sind alle der gleichen Einschätzung und alle der gleichen Meinung, dass es jetzt darum geht, gegen diesen Angriff auf die zivilisierte Welt Solidarität mit den Vereinigten Staaten zu üben. Ich werde versuchen - er ist derzeit nicht im Lande - mit dem belgischen Premierminister und derzeitigen EU-Ratspräsidenten in Kontakt zu treten um zu versuchen, über das morgige Treffen der EU-Aussenminister hinaus weitere europäische Solidarität zu organisieren. Ich denke, dass das notwendig ist und dass das auch für alle, mit denen ich habe sprechen können, eine Selbstverständlichkeit ist."

Die "Dienste, über die wir verfügen, haben keine besorgniserregende Auswirkung auf die innere Sicherheitslage festgestellt. Aber natürlich sind erforderliche Verstärkungen der Sicherheit auf den Transportwegen, bei der Luftüberwachung und speziell natürlich bei den Einrichtungen unserer amerikanischen Freunde angeordnet worden. Nach allem, was wir wissen, gibt es keinen Anlass, für weitergehende Beunruhigungen, aber jeder muss wissen, dass die Sicherheitskräfte Deutschlands ihre Pflicht tun, und das über das übliche Maß hinaus. Und das wird auch so bleiben. Wir werden die Sicherheitslage in ständiger Beobachtung haben, und falls notwendig, auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Davon können alle, die sich wie wir tiefe Sorgen machen, ausgehen. Es ist deutlich geworden, dass Bundesregierung und Opposition, dass alle politischen Kräfte in Deutschland bestürzt und schmerzlich berührt von diesem unglaublichen und fürchterlichen Anschlag sind, dass wir fest an der Seite unserer amerikanischen Freunde stehen, und dass alles getan wird, um auf den einen Seite uneingeschränkt solidarisch zu sein, und auf der anderen Seite sich jeder auf den Schutz durch die eigenen Sicherheitsorgane verlassen kann."