Ganz Luckenwalde im Dornröschenschlaf? Nein. Das Kunsthotel Vierseithof arbeitet gegen die Schläfrigkeit an. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage als Herrschaftsanwesen eines Tuchfabrikanten errichtet. 1997 rettete es die Berliner Investorenfirma Haberent vor dem Verfall und machte eine Herberge für Gourmets und Kunstliebhaber draus. Schon die Avantgarde-Möbel in der Lobby verraten das Renovierungskonzept: wenig Historismus, umso mehr klassische Moderne. Künstler wie Reinhard Stangl oder Peter Hermann haben Bilder und Objekte für das Haus entworfen. Die stehen nun in reizvollem Kontrast zum barocken Holztreppenhaus und den dicken Mauern.

Die Zimmer sind gemütlich und funktionell eingerichtet. Unten im Erdgeschoss wartet ein kleiner Sauna- und Badebereich. Und aus den Fenstern blickt man auf einen romantischen Innenhof, in dem Berliner Paare gern Hochzeit feiern. Oder hinüber zu dem schlichten Industriegebäude mit seinen riesigen Fenstern. Das ist das ehemalige Maschinenhaus, heute ganzjährig für wechselnde Kunstausstellungen genutzt.

Überregional erregt die Gourmetküche des Hotels weitaus mehr Aufsehen. Küchenchef Dieter Kobusch hat sich gleich in seinem ersten Jahr am Vierseithof mit 14 von möglichen 20 Punkten die Gault-Millau-Haube verdient. Seitdem zählt er zu den 100 besten Köchen Deutschlands. In diesem speziellen Punkt waren sich sogar der Kanzler und die Oppositionsführerin einig: Angela Merkel kam im Juni letzten Jahres zur Klausurtagung des CDU/CSU-Vorstands auf den Vierseithof. Gerhard Schröder machte auf einer Informationsreise durch Ostdeutschland hier Station. Beide lobten Küche wie Direktion des Hauses.

Hotel Vierseithof, Haag 20, 14943 Luckenwalde. Einzelzimmer 156,47 Mark, Doppelzimmer von 205,36 Mark bis 254,26 Mark, außerdem zahlreiche Arrangements (ab 185,80Mark). Tel. 03371/62 68-0, Fax 62 68 68, Internet: www.vierseithof.com