Ja, so und nicht anders klingt es, wenn man beim Tennis den Ball gerade noch erwischt und ihn, kurz bevor er im Aus landet, übers Netz haut. So mancher von uns hat es schon gehört, aber wer hätte es so auf den Punkt bringen können wie Hellmuth Karasek gleich im zweiten Absatz seines neuen, zweiten Romans: Plopp!

So könnte man hier - Stoff gibt es genug - eine ganze Weile weitermachen. Oder doch lieber so: In zwei Teilen, die zueinander im Goldenen Schnitt proportioniert sind, erzählt Hellmuth Karasek von den Seligkeiten und Mühen einer nicht erlaubten Liebe und von dem ruhmlosen Ende, das ein Liebender - ja, auch so könnte man anfangen, käme damit allerdings nicht wirklich weiter.

So wenig wie mit allem, was von Fülle und Völle, was von bundesrepublikanischem Alltag, von psychologischer Durchdringung oder gar von sozialer Differenz, Divergenz oder Dideldenz redet. Die Wahrheit ist nämlich eine andere, und zwar die, dass es sich hier gewiss um eines der schlechtest geschriebenen ernst genommenen Bücher der Saison handelt.

Beginnen wir, so gut es geht, mit der kleinen, alltäglichen Geschichte, die dieser Roman erzählt: Jemand namens Robert, verheiratet mit Eva, beginnt ein Verhältnis mit der Frau seines besten Freundes; die Sache fliegt auf; am Ende ist ein später Wiederanknüpfungsversuch auf entzaubertem Level die vielleicht einzige Überraschung des Buches.

Wir haben also ein Personal von mindestens zwei Paaren, wir haben den Norden und den Süden Deutschlands, und wir haben die aktuelle Gegenwart, also das so genannte Hier und Heute, und wir sehen - nichts. Schon der Autor hatte nämlich nichts gesehen, und da ist es nur folgerichtig, dass er auch nichts beschreiben kann.

Bleiben wir noch am Beginn, wo uns die beiden Paare beim gemischten Doppel vorgestellt werden. Dass die Ehefrau blond und die Geliebte dunkelhaarig ist, verlangt der Topos (verwirrend freilich, dass auf dem Umschlag eine Rothaarige abgebildet ist), nicht aber, dass der einen die schweißnasse Strähne sich in ihre Stirn, der anderen aber an der Stirn klebt (zwei Seiten später klebt sie auch in der Stirn).

Dann wird die Geliebte vorgestellt, genannt Katta, "Katta, vielleicht weil sie so robust ist. Groß, robust, braungebrannt, eine schöne junge Frau ..." Wenig später dürfen wir noch einmal auf "ihre robusten, braungebrannten, festen und doch schlanken Beine" schauen. Gegen Ende, als er Katta noch einmal näher kommt, fällt ihm auch wieder ein, was für ein "fester und robuster und junger Name" das ist und dass sie "bei all ihrem Gefühl so robust ist". Was nun aber dieses Gefühl ist, geschweige denn, was die robuste Frau so denkt - kein Wort darüber.