Wenn am Donnerstag die IAA offiziell eröffnet wird, bin ich schon seit einer Woche in Frankfurt. Wir haben den Ablauf geplant und unser Tagesprogramm mit Fahrvorführungen und Moderation mehrere Male geprobt. Unser Team auf der IAA besteht aus rund 25 Leuten - Hostessen, Fahrinstruktoren, Moderatoren und so weiter. Morgens besprechen wir uns noch einmal, und um 9.30 Uhr fangen wir dann mit den Fahrdemonstrationen an. Wir haben ein Aktionszelt aufgebaut, dort können sich die Besucher zu den verschiedenen Fahrtrainings anmelden. Da es auf einer Messe natürlich auch immer was zu trinken gibt, müssen wir zur Sicherheit bei jedem Teilnehmer einen Alkoholtest machen. Außerdem kommen am ersten Tag immer viele wichtige Leute vorbei, und wir müssen besonders auf unseren Zeitplan achten: Wenn um 10.10 Uhr Minister XY vorbeikommen will und es nieselt, muss beispielsweise jemand mit Schirm bereitstehen, um ihn zu unserem Zelt zu begleiten. Mein Büro ist die Schaltzentrale, in der alles koordiniert und überwacht wird. Vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr trotzdem das erste Mal zur Eröffnungsfeier. Fest vorgenommen habe ich mir jedenfalls hinzugehen.

Am Freitag ist fast die letzte Gelegenheit, um noch einmal organisatorische Dinge zu klären. Ab dem Wochenende ist die Messe nicht mehr nur für Fachbesucher, sondern für das Publikum geöffnet, und dann ist überhaupt keine Zeit mehr. Ein Theater aus Marburg führt im Laufe der IAA ein ganz niedliches Stück für Kinder auf, und ich muss mit den Schauspielern noch den genauen Ablauf besprechen. Das Stück heißt Immer dem Schnabel nach und handelt von einem Vogel mit gebrochenem Flügel, der von einem Jungen gezeigt bekommt, wie man sich sicher zu Fuß durch den Straßenverkehr bewegt. Außerdem mache ich wie jeden Tag einen Rundgang: Sind die Moderationen gut? Ist das Zelt in Ordnung? Stehen die Blumen schön? Ich laufe während der Messewoche etliche Kilometer - bei jeder Messe gehen drei bis vier Paar Schuhe drauf.

Am Samstag ist erster Publikumstag. Jetzt geht wirklich die Post ab, jetzt muss wirklich alles glatt gehen. Das Schlimmste, was mir während einer Messe passieren kann, ist Dauerregen - die ganzen Aktionen finden ja im Freien statt. Alles andere, was schief gehen könnte, lässt sich meist noch irgendwie managen. Aber gegen schlechtes Wetter bin ich machtlos.

Am Sonntag haben wir dann eine ausführlichere Teambesprechung: Wo waren die Schlangen am längsten? Was muss schneller gehen? Sehr beliebt wird wahrscheinlich der Off-Road- Parcours sein. Vielleicht kommt auch eine ehemalige Hostess von uns mit ihrem Mann vorbei. Den hat sie bei der IAA kennen gelernt. So was passiert schon mal!

Am Montag abend ist der "Abend der Automobilindustrie". Das ist eine Art Get-together der Manager mit gutem Essen und Wein - immer ein schöner Termin. Frauen sind dort eher Mangelware. Aber es sind schon ein paar mehr als früher, erfreulicherweise.

Am Dienstag ist die Hälfte der Messe vorbei. Bei vielen treten jetzt erste Messekoller-Symptome auf. Ein guter Tag, um das ganze Team abends zum Essen einzuladen. Mittwoch mache ich vielleicht meinen privaten Messerundgang. Ich finde, Autos sind tolle Produkte. Wenn da so ein Jaguar steht und glitzert - das hat schon was. Privat fahre ich aber einen Golf. Und den liebe ich auch.