Gottes irdische Stellvertreter haben lange Arme. In Bayern reichen sie bekanntlich bis ins TV-Programm. Wenn dort der Bayerische Rundfunk eine Dokumentation mit dem Titel Die Jungfrau und der Affe plant, kann er sich dafür folglich keine Absegnung erhoffen. Da mag es noch so wissenschaftlich um evolutionäre Psychologie gehen, die sich der Strategien der Liebe annimmt - Jungfrauen haben sich von Affen fern zu halten. Weshalb der Zweiteiler des Anthropologen Volker Sommer nun Damenwahl bei den Herrentieren (20. September) und Gene, Sex und Seitensprung (27.

September, jeweils 19.30 Uhr) heißt. Sehenswert ist er auf jeden Fall - auch wenn der aufgeschlossene Zuschauer gern wüsste, wie der Text der Sprecherin vor der Missionierung geklungen hat.

Auch die 20th Century Fox hat nur begrenztes Verständnis für die Wissenschaft. Der US-Medienriese will dem Marburger Schüren Verlag die weitere Verbreitung des Buches Die Simpsons - Subversion zur Primetime untersagen. Die wissenschaftliche Abhandlung über die mit ironischen Seitenhieben gespickte Comicserie wurde, wo nötig, mit Simpsons-Bildern ergänzt, für den Verlag urheberrechtlich legitimierte Bildzitate - für Fox eine Verletzung des Marken- und Urheberrechts.

Das Positive kommt diesmal aus Kanada: Dort wurde vergangenen Freitag PrideVision, ein TV-Sender für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle, in Betrieb genommen, der rund um die Uhr sendet. Der bayerische Klerus wurde nicht konsultiert.