Das Verlangen kleiner Mädchen, ein Pferd zu haben, sich im Stall aufzuopfern, zu reiten, später berühmt zu werden und dann vor einer Kamera zu stehen, hat sich jetzt auch für Isabell Werth erfüllt. Endlich ist sie Model. Die Scheinwerfer sind auf sie gerichtet. Das Team hat sie gebürstet und gestriegelt. Die Visagistin hat die Augen stark betont, den Mund hervorgehoben, das Haar glänzt im Licht. Das Setting ist dem großer Modefotografen nachempfunden. Alles ist fertig zum Schuss. Aber ihr bisheriges Markenzeichen fehlt. Das Pferd. Sie hat es zu Hause gelassen.

Jetzt, da sie Modegirl ist, würde es sie nur stören. Sie möchte endlich dem Zylinder-Zicken-Image entfliehen.

Eigentlich wäre es doch ein schönes Bild gewesen für ihre Fans, wenn sie als feengleiches Wesen mit wehendem Haar durch die Weite reiten würde. Nun wird sie nicht mehr vom Pferdetraum getragen, sondern glänzt nur noch im Modeschein von Yorn.

Herlinde Koelbl ist Porträtfotografin. Zuletzt erschien von ihr das Buch zu ihrem Fernsehfilm Die Meute