Was wochenlang bestritten wurde, geschieht nun doch: Der Westen sucht nach Wegen, auch nach dem Ende der Waffensammelaktion der Nato am 26.

September in Mazedonien militärisch präsent zu bleiben. Mehr noch: Deutschland ist mit dem Vorschlag einer zweiten Truppe - von der Nato geführt, aber mit UN-Mandat - in Führung gegangen, Arm in Arm mit Frankreich.

Das Vierseitenpapier, das Außenminister Joschka Fischer am Wochenende bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Belgien vorlegte, macht erstmals amtlich, wie ernst der Westen die Lage sieht. Auch nach Abschluss der Waffen-"Ernte" bleibe die Lage "fragil", weil "keiner der Protagonisten auf seine (stark voneinander abweichenden) Ziele verzichtet haben wird". Nun gehe es darum, ein "sicherheitspolitisches Vakuum" und eine "ethnische Teilung Mazedoniens" zu verhindern. Anders gesagt: Der Westen hat mit dem Versuch, Zeit zu gewinnen und Vertrauen zu schaffen, kaum etwas erreicht.

Immerhin herrscht nun in der EU Konsens, dass ein Engagement ohne militärischen Begleitschutz sinnlos wäre. Den deutsch-französischen Vorstellungen zufolge soll die neue Mission zeitlich begrenzt, etwa 1000 Mann stark, aber "robust" sein

sie soll ein UN-Mandat haben, von der Nato geführt werden, aber offen sein für Nicht-Nato-Staaten wie Russland oder die Ukraine.

Vieles aber bleibt umstritten.

Die Zustimmung Skopjes: Ein UN-Mandat war für den laufenden Nato-Einsatz nicht notwendig, weil die mazedonische Regierung damit einverstanden war