In schlechten Zeiten wie diesen muss die Deutsche Börse Anlegern etwas bieten, um sie für Aktien zu interessieren. Der Handel mit Anteilsscheinen amerikanischer Unternehmen soll ihr dabei helfen. Von Mitte September an können US-Aktien fortlaufend über das Computerhandelssystem Xetra gehandelt werden. Das neue Segment Xetra US Stars ermöglicht Anlegern den Zugriff auf amerikanische Aktien, Indexfonds und Optionsscheine.

Alle Werte des Dow Jones Industrial Average 30 werden in dem neuen Marktsegment vertreten sein, darüber hinaus Wertpapiere aus den Indizes S&P 100, Nasdaq 100 und Dow Jones Global Titans 50. Bisher konnten deutsche Anleger nur 170 US-Aktien auf Xetra-Basis handeln. Und selbst für diese Papiere wurde im so genannten one auction only-Verfahren auch nur einmal am Tag ein Kurs ermittelt.

Das neue Programm bietet Privatanlegern wie institutionellen Kunden gleich mehrere Vorteile. Vor allem sollen Kauf und Verkauf amerikanischer Aktien nicht teurer sein als der von deutschen Werten. Weil die Papiere in Euro gehandelt werden, brauchen Anleger zudem kein Dollar-Konto zu eröffnen.

Darüber hinaus stehen mit Goldman Sachs und Morgan Stanley zwei große Investmentbanken als Liquiditätsspender bereit. Sie stellen kontinuierlich An- und Verkaufspreise - und garantieren auf diese Weise den Anlegern, Aktien im Wert von insgesamt mindestens 50 000 Euro tatsächlich handeln zu können.

Findet sich nämlich kein Käufer oder Verkäufer, springen die Investmentbanken auf eigene Rechnung ein. Damit ist eine schnelle Ausführung der Order gewährleistet.

Den Handel mit Aktienoptionen und Indexfonds organisiert die Terminbörse Eurex. Optionsscheine werden zunächst nur auf die zehn weltweit liquidesten Aktien angeboten, darunter Cisco Systems, Microsoft, IBM und Intel. Bei entsprechender Nachfrage soll das Angebot aber ausgebaut werden. Der Handel mit amerikanischen Wertpapieren hat Potenzial. Schon jetzt werden Aktien aus den Vereinigten Staaten in Frankfurt am Main häufiger umgesetzt als die Anteilsscheine der 70 mittelgroßen deutschen Unternehmen, die im Index M-Dax vertreten sind.

Für das neue Segment wird es entscheidend sein, hohe Liquidität zu erzielen.