bei den meisten besteht jedoch der Wunsch, in Deutschland zu heiraten und zu leben.

Der planmäßige Kontakt mit Touristinnen gehört längst zum Urlaubsalltag. Mag es manchmal auch Liebe sein, ein harmloser Flirt, ein sexuelles Abenteuer, oft steckt hinter der inbrünstigen Verführung der Männer ein ökonomisches Motiv: die Suche nach einem gehobeneren Lebensstil oder der Traum von einer besseren Perspektive im reicheren Land.

Die wenigen Studien zum Thema nehmen die Frauen keineswegs aus. Sextouristen sind alle Reisenden, die in den Zielländern der Dritten Welt materiell belohnte, sexuelle Kontakte mit einheimischen Partnern haben, stellt eine empirische Studie zum Thema Aids, Sex, Tourismus des Bundesministeriums für Gesundheit fest. Wenn auch bislang vor allem der Mann als Sextourist im Blickpunkt steht. Sexuelle Kontakte, bei denen sich das männliche Objekt der Begierde aus ökonomischen Gründen prostituiert, sind in vielen Ländern an der Tagesordnung.

Der tunesische Film Bezzness (vom englischen business abgeleitet) setzte sich in den neunziger Jahren kritisch mit der Prostitutionskarriere eines jungen Tunesiers auseinander. Der Film thematisierte die moralische Empörung über Werteverfall und Entwurzelung in der tunesischen Gesellschaft.

Rasierwasser als Liebeslohn

Heute ist bezzness in Tunesien zum geflügelten Wort dieser Art der Begegnung geworden. Man hat sich an die Strandanmache genauso gewöhnt wie an kurze Hosen und Badelatschen im Restaurant. Und trotz Verstoßes gegen das kulturelle Wertgefüge bleibt die männliche Nutte zu Hause der Patriarch. Mehr noch: Er gilt unter seinesgleichen als potent, als ganzer Mann. Der bezahlte Sex kratzt kaum am männlichen Selbstbild, er wird toleriert. Ungestraft darf der Mann seine Sexualität ausleben, auch wenn er sich dafür bezahlen lässt.

Sogar für die moderne tunesische Frau wäre es undenkbar, sich ähnlich zu verhalten.