Ein Sportwagen ist nicht ernst zu nehmen. Machen wir also einen Spielzeugtest

Ein treffendes Wort: Autonarr. So einer schwärmt von Auspuffsound und ungebremsten Pferdestärken. Erfreut sich am kostbaren Anblick eines Maserati-Motors. Jubelt über die unaufdringliche Eleganz der Karosserie und genießt den Überraschungsangriff von hinten. Vergleiche hat er flugs parat, denn logo: Er kennt sich aus unter den Gefährten, ist schließlich ein Mann, ein echter, und gehört nicht zu jenen, die die ADAC-Motorwelt ungelesen im Altpapier versenken. Als Autor dieser Kolumne steht er leuchtenden Auges startbereit. Brumm, brumm! Jaguar fahren! Und kucken sollen wir Frauen, besonders auf den Fahrer.

Meine Auto-Biografie ist eine andere. Seit über 20 Jahren steuere ich unfallfrei diverse Wagen, die gar keinen Sound haben, und wenn, einen besorgniserregenden, weil der Auspuff kaputt ist. Das ist mir dann peinlich.

Später ruft die Werkstatt an und behauptet, außer dem Auspuff gehörten auch noch die Synchronringe vom zweiten Gang, die Reifen und die Bremsbeläge erneuert. Ich heuchele Ahnung, jammere und zahle.

Hauptsache, die Kiste bringt mich weiterhin bequem von A nach B, leise, zuverlässig und ohne die Umwelt ungehörig zu verpesten. Beim Thema Autotest erinnere ich mich vage an eine näselnde Fernsehstimme: "Erstaunlich auch das Platzangebot im Fond!"

Und diese Närrin, höre ich Sie sagen, darf hier Sportwagen fahren? Entzieht ihr den Führerschein! Gebt ihr eine Kinderkarre zum Testen, dann gibt sie Ruh!

Moment - bei einer Probefahrt mit dem Honda S2000 geht es in Wahrheit um einen Spielzeugtest. Als alltägliches Fortbewegungsmittel ist das hübsche Ding nicht ernst zu nehmen. Seitlich gesehen ein sanfter Faustkeil, blickt es von vorne frech und angriffslustig wie ein Raubfisch, und der kurze Breitpo mit je einem Auspuff rechts wie links sagt dem, der das Nachsehen hat: Entscheidend ist, was hinten rauskommt.