Wir basteln uns ein Opernmobile zum Übers-Bett-Hängen. Fantastische Tiermenschfiguren in surrealen Kostümen hängen wir daran, Artisten mit Knochen aus Gummi, Jongleure, Kaskadeure, ein Häuschen aus Silberflitter, das wie ein Jo-Jo kreiseln kann und ein staunendes Mädchen mit blonden Zöpfen, das auf einem A steht - A wie Alice. Dazu lassen wir sechs Orchestergruppen Klänge wie aus einer kaputten Spieluhr musizieren: zartes Glockenspielgeklimper und ätherische Glasklänge, aparte Einzeltöne, die wie Sternlein am Firmament der Stille leuchten, aber auch Zitatfetzen aus Mozarts Zauberflöte und Tschaikowskijs Zuckerbäckerfee. In magischer Zusammenhanglosigkeit schwebt alles vor sich hin. Und siehe da, bald sind wir eingeschlafen im Anblick dieses schön, aber sinnlos sich drehenden Gesamtkunstwerks. Der russische Komponist Alexander Knaifel und der Regisseur Pierre Audi haben mit ihrem im königlichen Amsterdamer Zirkustheater Carré uraufgeführten Opernspektakel Alice in Wonderland nach Lewis Carroll etwas Neues erfunden - das Musiktheater als Accessoire fürs Kinderschlafzimmer, oder besser: für ein Erwachsenenschlafzimmer, das wie ein Kinderzimmer eingerichtet ist.