Luckenwalde in Brandenburg, 50 Kilometer südlich von Berlin. Bis 1989 rauchten hier noch 40 Schlote. Es gab Metallfirmen, Klavierwerkstätten und Kleidungsfabriken. Heute wirkt der Ort so ländlich-provinziell wie sein Name.

Der Berliner Speckgürtel muss irgendwo dort hinten liegen, hinter den grünen Hügeln und hellen Laubwäldern. Und die hektische Hauptstadt ist Lichtjahre weit entfernt. Eine ganze Reihe Industriedenkmäler von berühmten Bauhaus-Architekten bröckelt unbeachtet vor sich hin.

Ganz Luckenwalde im Dornröschenschlaf? Nein. Das Kunsthotel Vierseithof arbeitet gegen die Schläfrigkeit an. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage als Herrschaftsanwesen eines Tuchfabrikanten errichtet. 1997 rettete es die Berliner Investorenfirma Haberent vor dem Verfall und machte eine Herberge für Gourmets und Kunstliebhaber draus. Schon die Avantgarde-Möbel in der Lobby verraten das Renovierungskonzept: wenig Historismus, umso mehr klassische Moderne. Künstler wie Reinhard Stangl oder Peter Hermann haben Bilder und Objekte für das Haus entworfen. Die stehen nun in reizvollem Kontrast zum barocken Holztreppenhaus und den dicken Mauern.

Die Zimmer sind gemütlich und funktionell eingerichtet. Unten im Erdgeschoss wartet ein kleiner Sauna- und Badebereich. Und aus den Fenstern blickt man auf einen romantischen Innenhof, in dem Berliner Paare gern Hochzeit feiern.

Oder hinüber zu dem schlichten Industriegebäude mit seinen riesigen Fenstern.

Das ist das ehemalige Maschinenhaus, heute ganzjährig für wechselnde Kunstausstellungen genutzt.

Überregional erregt die Gourmetküche des Hotels weitaus mehr Aufsehen.