Ich schreibe dies in der furchtbaren Ahnung, dass es für Amerikaner wohl unmöglich ist, anderen Menschen zu erklären, was geschehen ist - Menschen, die womöglich weniger tief in ihren Illusionen gefangen sind als wir. Und anders als irgendjemand sonst beharren wir auf unserem Glauben: "Dies kann hier nicht geschehen." Wir leben mit der Gewalt, aber wir glauben, dass es unsere Gewalt ist, die wir uns selbst zufügen, innerhalb unserer vier Wände und hinter den schweren Vorhängen, die wir "unsere Sicherheit" nennen. Ich habe die Anschläge auf dem Bildschirm in Berlin gesehen, während ich mit meiner Tochter telefonieren, die sie vom Dach ihres Hauses aus betrachtete, direkt an der Brücke gegenüber dem World Trade Center - bis der Rauch so dicht und erstickend wurde, dass sie gehen musste. Ich fragte mich, warum wir beide der Meinung waren, am selben Ort zu sein, bis ich bemerkte, dass dieser Ort noch eine Stunde früher einen eigenen Namen hatte: "Nicht bei uns". Ich kenne keinen Fleck auf der ganzen Welt, an dem die Distanz zwischen "bei uns" und "nicht bei uns" mit solcher Inbrunst geglaubt wurde wie in Amerika und wo dieser Glaube wider alle Wahrscheinlichkeit so unverrückbar war.

Wir Amerikaner haben damals, im April 1995, als die Bombe in Oklahoma City hochging, gesagt, dass das Schlimmste an der Sache darin beschlossen liege, dass ein Amerikaner die Bombe gebaut und gezündet hat. Was sagen wir heute?

Jane Kramer ist Autorin des "New Yorker"