Andrea Barnet: Crazy New York. Die Frauen von Harlem und Greenwich Village aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Kyra Stromberg Fotos von Berenice Abbott und Man Ray Edition Ebersbach, Berlin 2001 254 S., 49,80 DM Sie lebten am Abgrund, da, wo Altes wegbricht, und stürzten sich mit Todesverachtung in die Zukunft. Die Künstlerinnen der zwanziger Jahre, ob in Paris oder Berlin (die uns die Edition Ebersbach schon in zwei prächtigen Bände vorgestellt hat) oder eben in New York, lebten ungeheuerlich - hungernd, saufend, gelegentlich erfolgreich, sich verzehrend für ihre Kunst und natürlich die Lust. "Und wenn ich Dich am Mittwoch liebe, was geht das dich an?", dichtete Enda St. Vincent Millay. Die rote Emma Goldmann saß in Mabel Dodges Salon, Mina Loy sah ihren Lover segelnd am Horizont verschwinden, Bessie Smith schlug schon mal hart zu und raspelte mit rauer Stimme: "'Tain't nobody's business if I do!" Yeaah.

Christine Brinck (Hrsg.): Adopt an Idea. Gute Ideen aus den USA.

mit Beiträgen von Karin Haist und Christine Koglin Edition Körber Stiftung, Hamburg 2001 220 S., 24,- DM Geht nicht, kann nicht, will niemand. Ideen abschmettern ist eine deutsche Leidenschaft. Ideen entwickeln hält Amerika aber fit. Diese 200 Vorschläge reichen von Renovierungshilfe für Nachbarn über Blinkleuchten vor Schulen bis zu hilfsbereiten Leihgroßeltern und gehören auf den Nachttisch jedes tatkräftigen Menschen, besonders wenn der Kommunalpolitiker ist.