Ich erlebe es als etwas sehr Wertvolles, mich immer wieder mit der deutschen Geschichte zu beschäftigen, denn sie lehrt mich etwas Wunderbares: Selbst in weniger dramatischen Alltagssituationen frage ich mich nach meiner Verantwortung und warne mich davor, leichtfertig die Augen zu verschließen.

In der Schule lernte ich, eine Bürde der Scham für die deutsche Vergangenheit zu tragen. Wenn ich mich nun umschaue, bin ich froh, nicht die Bürde des Nationalstolzes zu tragen.

Anke Stanetzek

Nach den katastrophalen "Patzern" wie Jenninger, Walser und Leitkultur erleben wir (dank Eizenstat und Lambsdorff) eine Rückbesinnung in eigener Sache. Ungefähr zu dieser Zeit erhält mein Vater in Australien 25 000 australische Dollar für seine Zwangsarbeit. Er musste allerdings fast 60 Jahre darauf warten. Eine historische Ohrfeige für die Betroffenen.

Dr. Carl Booth (Sydney University)

Schön, dass es das Museum jetzt gibt und andere Dinge auch, Erinnerungsstätten zum Holocaust et cetera. Denn Erinnerung ist notwendig.

Nur: Wird an anderes auch erinnert? Die schwule Kultur im Berlin der zwanziger Jahre, die Ermordung und Verfolgung von Schwulen im "Dritten Reich" und der lückenlose Übergang in die Unterdrückung von Menschen in der jungen Bundesrepublik, nur weil sie homosexuell sind. Das hätte ich gerne auch dokumentiert.