Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement ist verärgert über Bundeswirtschaftsminister Werner Müller. Der will die Steinkohleförderung von 2005 an nur noch dann mit Bundesmitteln bezuschussen, wenn die Bundesländer sich mit zwei Dritteln beteiligen. "Je mehr Nordrhein-Westfalen zahlt, desto mehr Kohle kann abgebaut werden", so Müller.

Dafür fehlt Clement das Geld. Verbissen kämpft der sonst als überzeugter Verfechter der Marktwirtschaft auftretende Ministerpräsident um die Subventionen. Denn auch die EU-Kommission prüft derzeit, ob die Beihilfen für den Steinkohlebergbau gestrichen werden können. Clements Sorge: Werden die Zahlungen eingestellt, kommt es zu Zechenschließungen und betriebsbedingten Kündigungen. Die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet würde auf bis zu 26 Prozent ansteigen.