Manche Nachrichten werden als Gerücht geboren. Es war wohl der Mistral, der es transportierte: Da oben, in der Haute Provence, soll eine originelle Beiz sein. Eigentlich sei es kein Lokal, sondern ein Laden, in dem sie Olivenöl verkaufen. Oder besser: eine Ölboutique.

Gott ja, Olivenöl verkaufen sie gern und überall. Oft sogar in einem schicken Ambiente. Ich kenne so eine Boutique in Straßburg. In einer Gasse an der Place Gutenberg, direkt neben einem erstklassigen Weinhändler. Das Öl wird ähnlich angepriesen wie Wein. Von zwei Dutzend verschiedenen Ölmühlen kann man dort Öle kaufen, aus Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Marokko, Israel, auch Olivenpaste, schwarz und grün, sowie alles, was sonst mit südfranzösischer Küche zusammenhängt.

Das Gerücht verdichtete sich, wurde konkret, dann wusste jemand die Adresse: in Forcalquier.

Sensationell war hier bisher nur der Friedhof

Ich war vor vielen Jahren mal in Forcalquier. Es war kalt und trostlos.

Giono-Land, mit Husaren auf den Dächern und mageren Ziegen auf den Wiesen.

Wollte ich nicht begraben sein, sagte ich damals, obwohl sie einen sensationellen Friedhof haben. Denkmalgeschützt, mit haushohen Buchsbaumhecken, kantig geschnitten. Außerdem ist Forcalquier weit weg. Egal, von wo man kommt, es ist zu weit.