Testfahrer Klaus hat stets den Überblick und ist unermüdlich bei der Sache. Mit der Linken packt er das Steuer und mit der Rechten den Schaltknüppel. Sein linkes Bein kuppelt, das rechte gibt Gas. Und das mittlere bremst. Robo Klaus mit seinen fünf Gliedmaßen ist ein Ziehkind von Volkswagen. Er soll autonomes Fahren demonstrieren und die Arbeitswelt der Testpiloten humanisieren, als Fahrer für neue VW-Modelle. Die soll er über jene Rüttel- und Holperpisten jagen, die Autos im Zeitraffer altern lassen - und die Fahrer hart belasten.

Im Internet zeigt ein Film, was Klaus so alles kann: einen roten VW-Bus mit quietschenden Reifen durch einen kurvigen Parcours jagen, notbremsen vor Objekten, die unerwartet den Weg queren, Straßen und Schilder erkennen.

Radar, Laserscanner, Videokameras und Satellitennavigation bescheren ihm exakte Orientierung und eine Rundumsicht ohne toten Winkel.

Trotz seiner Tugenden wird der millionenschwere Autopilot kaum öffentliche Karriere machen und bald im Museum landen. Klaus passt nicht in den automobilen Alltag. Psychologisch nicht - da ist er seiner Zeit voraus.

Technisch nicht - da ist er zu groß, schwer und teuer. Für eine Karriere als Autopilot müsste er kräftig abspecken, seine Glieder in Drähte verwandeln.

Denn geschaltet, gebremst und gesteuert wird zunehmend automatisch, per Draht.

Psychologisch misstrauen Millionen Kapitäne der Landstraße einer Automatisierung des Fahrens, ähnlich wie einst die Heizer von Dampfloks der Elektrifizierung des Schienenverkehrs. Das Lenkrad abgeben und blind einem Roboter vertrauen? Niemals! Neben sich dulden sie keinen mächtigen Klaus.