Simon: Dass der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Ole von Beust möglicherweise bald der erste CDU-Bürgermeister der Hansestadt seit 44 Jahren sein wird, das freut die Partei. Aber die deutlichen Verluste der Christdemokraten bei dieser Wahl schmerzen. Trotzdem will Spitzenkandidat Ole von Beust es versuchen mit einer Koalition mit FDP und Schill-Partei. Heute beginnt von Beust die ersten Sondierungsgespräche. Am Telefon bin ich nun verbunden mit Roland Koch, dem Ministerpräsidenten von Hessen. Guten Morgen!

Koch: Guten Morgen Frau Simon.

Simon: Herr Koch, halten Sie das für den richtigen Schritt?

Koch: Ja, das ist der richtige Schritt. Hamburg hat eine rot/grüne Regierungskoalition gehabt. Diese Regierungskoalition wollte gemeinsam weiter machen. Sie hat keine Mehrheit bekommen, sondern die Mehrheit ist bei drei anderen Parteien, die vor der Wahl dem Wähler gesagt haben, dass sie zusammenarbeiten wollen. Deshalb ist es richtig, dass die es jetzt tun.

Simon: Ist eine Drei-Parteien-Koalition mit so einer Unbekannten wie der Schill-Partei nicht eine sehr riskante Angelegenheit?

Koch: Die Diskussion zwischen Parteien über Koalitionsverträge ist nie eine leichte Sache, aber sie ist in Hamburg genauso möglich. Die Sozialdemokraten haben früher mit einer Partei wie der Stadtpartei ihre Koalitionen geschlossen. Das heißt in Großstädten gibt es dort andere Strukturen. Selbstverständlich wird die CDU und die FDP in der Lage sein, auch mit einer solchen Partei Verträge zu schließen, auf die sich alle Beteiligten dann verlassen können.

Simon: Aber gerade die Erfahrungen mit der Stadtpartei in Hamburg haben ja gezeigt, dass das nun alles andere als einfach und sehr ertragbringend war. Muss die CDU das jetzt noch mal selber für sich ausprobieren?